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Bei akuter Bedrohung und Gefahr: Polizei Tel.  110 

Wichtiger Hinweis vorab:
Die folgenden Hinweise sind nach bestem Wissen zusammengestellt und richten sich vorwiegend an direkt und indirekt betroffene Erwachsene in Deutschland. Sie dienen der Orientierung und ersetzen keine professionelle psychologische oder juristische Beratung. 

Hinweise für Kinder und Jugendliche:

Wenn Du Hilfe brauchst, kannst Du auf der Seite > www.wildwasser.de nach einer Wildwasser-Beratungstelle in Deiner Nähe suchen.
Oder wende Dich an die Nummer gegen Kummer > www.nummergegenkummer.de
Wenn Du Informationen suchst, kann Dir die Seite Trau Dich > www.trau-dich.de weiterhelfen.

Hinweise für Erwachsene:
Sexuelle Grenzverletzungen und sexuelle Gewalt sind für die Betroffenen häufig ein radikaler Einschnitt in ihr Leben mit potenziell schwerwiegenden Folgen. Pinzipiell gilt jedoch, dass es keine berechenbaren Verläufe gibt. Jede betroffene Person hat ihre ganz eigene Situation und jeder Fall muss individuell "versorgt" werden  Auch wenn dies nicht die Regel ist, gibt es Betroffene, die eine sexuelle Grenzverletzung alleine bewältigen und Hilfe von außen weder wünschen noch brauchen.

Je nach persönlichen Lebensumständen, Umständen der Tat, Beziehung zwischen Opfer und Täter(in) ergeben sich für die Betroffenen unterschiedliche Bedürfnisse und unterschiedliche Anforderungen an das unterstützende Umfeld. Deswegen gibt es keine pauschalen Hilfestellungen oder Ratschläge, die in jedem Fall passen. Als Quintessenz meiner langjährigen wissenschaftlichen und praktischen Arbeit mit Betroffenen lassen sich dennoch einige Grundregeln formulieren, auch wenn sie keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit haben. Diese "Grundregeln" sind im Folgenden als "Hinweise" zusammengestellt:

Hinweise für direkt Betroffene, wenn der sexuelle Übergriff vor kurzem geschehen ist:
  1. Zur Abwendung von akuter Bedrohung und Gefahr: 110 anrufen.
  2. Wenn Sie Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden sind, ist in einigen Städten in Deutschland die sog. "anonyme Spurensicherung" möglich - d.h., auch ohne Einschaltung der Polizei können zunächst Spuren gesichert werden, die Entscheidung für oder gegen eine Anzeige kann dann später getroffen werden. Bitte bedenken Sie, dass auch scheinbar geringfügige Spuren gesichert werden können und für ein späteres Strafverfahren wichtig sein können. Eine Übersicht über entsprechende Anlaufstellen in Deutschland findet sich unter: http://frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/haeusliche-und-sexualisierte-gewalt/unterstuetzung-fuer-betroffene/anonyme-spurensicherung
    Bitte beachten: für die Aktualität und Richtigkeit der Liste kann ich keine Garantie übernehmen. Weiter ist zu beachten, dass die Liste sich primär auf betroffene Frauen bezieht. Im Einzelfall muss also geklärt werden, inwieweit eine Einrichtung auch Spurensicherung bei männlichen Betroffenen bzw. Kindern anbietet.
  3. Bei der Auswahl von Unterstützungsangeboten (im privaten Umfeld wie im professionellen) auf das eigene Bauchgefühl vertrauen. Das ist manchmal schwierig, weil das Bauchgefühl durch die Ereignisse ziemlich strapaziert und durcheinander geraten ist, aber nur Sie selbst können am Ende beurteilen, was für sie hilfreich ist und was nicht. Wenn Sie das Gefühl haben, dass ein Unterstützungsangebot für Sie nicht hilfreich ist (auch wenn es gut gemeint ist), sollten Sie - wenn das möglich ist - eine andere Anlaufstelle suchen. 
  4. Die anonyme und unverbindliche Beratung in einer Fachberatungsstelle kann sehr entlastend sein, egal, welche Fragen für Sie als Betroffene/n im Vordergrund stehen. Eine Übersicht über solche Fachberatungsstellen sowie weitere Hilfeangebote finden Sie auf dieser Website unter der Rubrik "Information".
  5. Jede/r Betroffene hat ihre/seine eigene Art der Bewältigung und individuellen Zeitpunkte, wann was richtig ist. Hierfür gibt es keine "Regeln".
Hinweise für direkt Betroffene, wenn der sexuelle Übergriff schon länger zurück liegt:
  1. Es ist nicht außergewöhnlich, dass eine sexuelle Grenzverletzung/sexuelle Gewalt erst nach einiger Zeit (Tage, Wochen, Monate, Jahre, Jahrzehnte) für Sie als betroffene Person zum "Thema" wird. Vielen Betroffenen geht das so. 
  2. Dass das Geschehene schon länger oder lange zurückliegt, bedeutet nicht, dass es eigentlich keine Rolle mehr spielen dürfte. Wichtig ist nur, wie es Ihnen selbst geht und was sie empfinden.
  3. Suchen Sie sich Unterstützung in einer Fachberatungsstelle. Ein Beratungsgespräch kann sehr hilfreich sein, die Dinge innerlich zu sortieren.  Eine Übersicht über solche Fachberatungsstellen sowie weitere Hilfeangebote finden Sie in der Rubrik "Themen" auf dieser Website.

Hinweise für indirekt Betroffene (soziales Umfeld von Betroffenen):

  1. Lesen Sie die oben stehenden Hinweise für Betroffene, um informiert zu sein, was für Betroffene hilfreich sein könnte.
  2. Hören Sie zu. Fragen Sie nach Bedürfnissen der Betroffenen und unterstützen sie diese Bedürfnisse. Respektieren Sie, wenn die betroffene Person einen anderen "Plan" hat, als sie selbst.
  3. Achten Sie auf sich selbst. Indirekt betroffen zu sein, kann sehr belastend sein. Auch als indirekt Betroffene/r können Sie Beratung in einer Fachberatungsstelle in Anspruch nehmen. Adressen von Fachberatungstellen finden Sie in der Rubrik "Information". 
  4. Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Kind oder ein/e Jugendliche/r von sexuellem Missbrauch betroffen ist, wenden Sie sich an eine Wildwasserstelle  in Ihrer Nähe. Wildwasserstellen finden Sie über die Seite > www.wildwasser.de
    Sie können sich auch an eine Fachberatungstelle für Kinder und Jugendliche wenden, die in der Regel auch Unterstützung beim Umgang mit Verdachtsfällen anbieten.  Adressen von Fachberatungsstellen für Kinder und Jugendliche finden Sie unter > www.sexuelle-gewalt.de/kiju.html
letzte Aktualisierung
am  28.05.2017
www.sexuelle-gewalt.de